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14.04.2020 Kategorie: Allgemein

Amtshilfe Feuerwehrschule für Universitätskliniken

Auch in der Corona-Krise sind in Kliniken Operationen unumgänglich. Besonders bei Eingriffen im Kopf- und Kieferbereich sowie im HNO- Bereich besteht jedoch eine erhebliche Infektionsgefahr für das OP- Personal. Da zurzeit durch den weltweit hohen Bedarf persönliche Schutzausrüstung aller Art nicht sofort lieferbar ist, bat die Universität Würzburg um Amtshilfe, damit auch in der Zeit bis zur Lieferung der auf dem freien Markt verfügbaren Atemschutzhauben die dringend notwendigen Operationen durchgeführt werden können.

In der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg findet wie in allen Schulen in Bayern seit 16. März auf Grund der aktuellen CORONA-Krise kein Ausbildungsbetrieb mehr statt. Daher ist es möglich, ab sofort die Universitätsklinik mit unseren Ressourcen zu unterstützen. Es wurde vereinbart, täglich bis zu 30 Systeme, bestehend aus Masken, Lungenautomaten und bei Bedarf an Atemluftflaschen zu liefern.

Die Systeme werden von der Feuerwehrschule an die Klinik transportiert, ausgegeben, nach Gebrauch in Kunststoffsäcken verpackt zurückgenommen und durch neue Systeme ersetzt. Die gebrauchten Atemschutzgeräte werden, wie nach einem Feuerwehreinsatz, an der Feuerwehrschule wieder aufbereitet in dem sie zerlegt, gereinigt, getrocknet, desinfiziert, geprüft und danach neu verpackt wieder in den Kreislauf eingespielt werden.

Hierfür unterhält die Feuerwehrschule Würzburg eine gut ausgestattete Atemschutz-Werkstatt, die im Zuge der Erweiterung der Schule 2016 neu errichtet und eingeweiht wurde. In dieser führen Atemschutz-Gerätewarte die notwendigen Reinigungs-, Wartungs- und Prüfarbeiten an den Atemschutzgeräten und Atemschutzmasken durch, die täglich in der Schule für den Ausbildungsbetrieb benötigt werden. Auch findet hier die Ausbildung der Atemschutz-Gerätewarte unserer Feuerwehren statt.

Nach der Schulung des OP-Personals und einigen erfolgreichen Tests im OP Anfang vergangener Woche stellt die Feuerwehrschule bis auf weiteres Atemschutzmasken und Lungenautomaten zur Verfügung, die nach Gebrauch wieder vom Desinfektor der SFS-W desinfiziert und von den Atemschutzgerätewart- Ausbildern geprüft werden. Bisher wurden durch Ausbilder der Feuerwehr-Schule in der Klinik drei Schulungen in der Handhabung der Masken und Lungenautomaten mit je 10 Teilnehmern durchgeführt.

Unser Gerätebestand und unsere Reserven sind so angelegt, dass dieser Rhythmus auch nach einer Wiederaufnahme des Ausbildungsbetriebes aufrechterhalten werden kann. Durch eine clevere Idee haben die Kliniken die technische Möglichkeit geschaffen, die Luftversorgung alternativ zu den Stahlflaschen der Feuerwehr, direkt aus dem Luftsystem der Klinik durchzuführen, so dass der Luftvorrat der Atemluftflaschen als limitierende Größe wegfällt.

Der große Vorteil ist, dass durch den Kreislaufbetrieb eine unendliche Ressource entsteht, da die Systeme täglich wiederaufbereitet werden und danach wiederverwendet werden können. Außerdem hat das System die höchste Schutzstufe für die Ärzte, da sie hinsichtlich der Einatemluft völlig von den Patienten getrennt sind.

Bei Bedarf lässt sich das „Würzburger Modell“ in allen Städten mit Atemschutz-Werkstätten, die entsprechende Reservebestände an Geräten lagern, kopieren.

 

Bildermaterial:
Atemschutzmasken im OP Bild: Simone Wagner / Uniklinikum Würzburg
Restbildmaterial: Staatliche Feuerwehrschule Würzburg