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04.11.2016 Kategorie: Übungshalle (H)

Quantensprung in der Feuerwehrausbildung

Am 03. November fand die Einweihung für den Neubau der Feuerwehr-Übungshalle in Verbindung mit einer neuen Feuerwache mit 12 Stellplätzen und einer Energiezentrale statt.

Bei der Baumaßnahme handelt es sich um den wichtigsten Baustein der im Jahr 2012 begonnenen Modernisierung und Erweiterung der Feuerwehrschule Würzburg durch das Bayerische Staatsministerium des Innern für Bau und Verkehr mit einer Bausumme von rund 32 Millionen Euro.

Die Übungshalle mit ihrer Grundfläche von 70 m x 40 m und einer Höhe von bis zu 30 m bietet künftig vielfältigste Möglichkeiten der praktischen Ausbildung für die Feuerwehren Bayerns. Neben der realitätsnahen Ausbildung von Gruppenführern und Zugführern als Einsatzleiter sind Fahrzeug- und Geräteschulungen genauso möglich, wie umfangreiche und realitätsnahe Löschübungen mit dem Einsatz mehrerer Drehleitern, Übungen zur Abwehr von Gefahren durch ABC-Stoffe oder Übungen der Technischen Hilfeleistung – und das alles völlig witterungsunabhängig.

Als Übungsobjekte sind Gebäude jeder Gebäudeklasse vom Einfamilienhaus bis zum Hochhaus eingebaut. Dargestellt sind verschiedene Nutzungsbereiche wie eine Tiefgarage, ein Supermarkt, Krankenhaus-, Altenheim und Hotelzimmer, ein Labor,  ein Großraumbüro, eine Fahrschule, eine Arztpraxis und verschiedene Wohnsituationen in einem Wohn- und Geschäftshaus. Unterschiedliche Kellerräume, eine Spedition mit Lkw-Garage und hohem Regallager verbunden mit einem Gleisanschluss nach draußen, eine Baugrube mit verschiedenen Rohrleitungen und ein begehbares Kanalsystem seien hier zusätzlich beispielhaft genannt.

Mit einer neu entwickelten Simulationstechnik für Feuer und Rauch sowie Akustik verbunden mit zahlreichen verdeckt eingebauten und steuerbaren Übungspuppen lassen sich die häufigsten Einsatzsituationen, auf die eine Feuerwehr treffen kann, darstellen.

In die Objekte sind auch alle heute üblichen Elemente des Vorbeugenden Brandschutzes wie zum Beispiel automatische Brandmeldeanlagen, Löschanlagen, Rauch- und Wärmeabzugsanlagen, Steigleitungen, Brand- und Rauchschutztüren, Abschottungen, ein Feuerwehraufzug u.s.w. für Übungen eingebaut.  

Durchgeführt wurde die Einweihung von Staatssekretär Gerhard Eck,  der Bürgermeisterin der Stadt Würzburg Marion Schäfer-Blake, Regierungsvizepräsident Jochen Lang, Landrat Eberhardt Nuß, den Mitgliedern des Bundes- und Landtages Paul Lehrieder, Oliver Jörg, Manfred Ländner und Georg Rosenthal , dem Vorsitzenden des Landesfeuerwehrverbandes Bayern Alfons Weinzierl und über 250 weiteren Gästen aus den Reihen der Politik, der Behörden und der Feuerwehren aus Bayern und ganz Deutschland, verschiedener Hilfsorganisationen, der Polizei und der Bundeswehr.

Besonders begrüßte Gäste waren der Leiter der oberösterreichischen Landesfeuerwehrschule in Linz, Brandoberrat Hubert Schaumberger und der Leiter der Akademie für Katastrophenschutz, Notfallvorsorge und zivile Verteidigung in Ahrweiler Thomas Mitschke.

Im Anschluss an die Schlüsselübergabe durch den Leiter des Staatlichen Bauamtes Würzburg, Joachim Fuchs, und die Architekten Prof. Volkwin Marg und Jürgen Hilmer des Büros gmp aus Hamburg an Schulleiter Dr. Roland Demke wurde mit Teilnehmern der Freiwilligen Feuerwehren Karlstadt und Nördlingen, der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg sowie der Jugendfeuerwehr Unterdürrbach verschiedene Einsatzübungen durchgeführt, welche die Möglichkeiten der Übungsobjekte demonstrierten und die Methoden der Brandbekämpfung im Lauf der Zeiten Revue passieren ließen.