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22.03.2013 Kategorie: Allgemein , Erweiterung Feuerwehrschule

Renommierte Architekten planen die neue Feuerwehr-Übungshalle

Die Zellerau wird langsam zu Würzburgs Vorzeige-Stadtteil für Bauten berühmter Architekten. Nachdem der Neubau des Fraunhofer-Instituts von Zaha Hadid am Eingang des Quartiers sich seiner Vollendung nähert, kündigt sich ein neues spektakuläres Projekt an. Auf dem Gelände der Feuerwehrschule wird das international renommierte Architekturbüro gmp (Gerkan Marg und Partner) eine riesige neue Übungshalle errichten. Prof. Volkwin Marg, Mitbegründer des Büros, ließ es sich nicht nehmen, die Pläne persönlich in der Kommission für Stadtbild und Architektur vorzustellen.

Zwischen der Feuerwehrschule, die von 1953 bis 1955 erbaut und seitdem mehrfach vergrößert und umgebaut wurde, und der angrenzenden Wohnbebauung hat der Freistaat 2012 eine Fläche von der Stadt erworben, die den Anforderungen einer modernen Feuerwehr-Übungshalle entspricht, erklärte Joachim Fuchs, der Leiter des Staatlichen Bauamts. In einer europaweiten Ausschreibung setzte sich das weltweit tätige Hamburger Architekturbüro gmp durch.Volkwin Marg erklärte vor der Kommission, dass man mit Rücksicht auf die Bebauung in der direkten und weiteren Umgebung versucht habe, das Gebäudevolumen so gering wie möglich zu halten, um Stadtverträglichkeit zu gewährleisten. Ziel sei es gewesen, über ein reine Zweckhalle dennoch Transparenz herzustellen. Genau betrachtet, sei die geplante Halle mit ihren zwei Ineinander gesteckten Baukörpern eine „Bühnenarchitektur“ erklärte Marg.

Trotz des Bestrebens die Halle so klein wie möglich zu bauen, hat sie, weil in ihr Einsätze unter absolut realistischen Bedingungen geübt werden sollen, eine gewisse Größe. Die Halle ist 77 Meter lang, 40 Meter breit und 20 Meter hoch. Das eingeschobene Hochhaus bringt es auf eine Höhe von 31 Metern.

gmp-Projektleiter Kai Ritzke erläuterte vor der Kommission, was in der Übungshalle alles vorgesehen ist. Dort werden beispielsweise im Maßstab 1:1 Wohnungen, Krankenzimmer und Büroräume, Gastronomiebetriebe und Läden nachgebaut, um Feuerwehreinsätze realitätsgetreu zu simulieren. Das gilt auch für das 31 Meter hohe Hochhaus, das die Halle rechtwinklig durchschneidet. An der östlichen Hallenwand wirkt die Fassade wie ein grafisches Muster, dient in Wirklichkeit aber als Übungsfläche für Einsätze mit Leitern.

Nach der eindrucksvollen Präsentation herrschte in der Kommission erst einmal sekundenlanges – andächtiges – Schweigen. Als erster fand OB Georg Rosenthal die Sprache wieder und versicherte den Architekten, sie hätten „bei der Einbindung des Projekts in die Umgebung einen neuen Maßstab gesetzt“. In der Tat haben die Architekten, wie sie in zahlreichen Bildern darlegten, versucht, die große Baumasse so einzupassen, dass sie möglichst wenig sichtbar ist. Ovis Wende, Vertreter der Künstler in der Kommission, sprach von einem „wunderbaren Entwurf“.

Augenzwinkernd bemerkte Architekt Bernhard Winking, die Halle werde „ein wunderschöner Spielplatz für große Jungs und starke Mädchen“.

Aus architektonischer Hinsicht steht dem Projekt, das mit allen Nebenanlagen 29,9 Millionen Euro kosten soll, also nichts mehr entgegen. Der Baubeginn ist für März 2014 geplant, die Fertigstellung ist für Ende 2015 vorgesehen.

Architekturbüro Gerkan, Marg und Partner
Das Architekturbüro gmp wurde 1965 von Meinhard von Gerkan und Volkwin Marg gegründet. Inzwischen sind vier weitere Partner, einer davon allein für China, hinzugekommen. Heute ist gmp mit über 500 Mitarbeitern in zehn Büros im In- und Ausland aktiv. Deutsche Büros hat gmp in Hamburg, Berlin, Aachen und Frankfurt.

Die Projekte von gmp umfassen Einfamilienhäuser, Hotels, Museen, Theater und Konzerthallen, Bürogebäude, Handelszentren, Krankenhäuser, Forschungs-, Sport- und Bildungseinrichtungen sowie Verkehrs- und Gewerbebauten. Bekannte Projekte in Deutschland sind unter anderem der Berliner Hauptbahnhof, die neue Messe Leipzig sowie die Rekonstruktion und Überdachung des Berliner Olympiastadions.

Im Ausland haben sich die Architekten ebenfalls einen Namen gemacht. Für die Fußball-WM in Südafrika 2010 baute gmp die Stadien in Kapstadt, Durban und Port Elizabeth. In China entstanden Messezentren in Nanning und Shenzhen, Opernhäuser und das Nationalmuseum in Peking. Zur Zeit engagiert sich gmp außerhalb Deutschlands in China, Indien, Vietnam, Brasilien, Italien, Russland, der Schweiz und Lettland.

Quelle:
MainPost Würzburg, Ausgabe vom 05.02.2013 

Verfasser:
Redaktionsmitglied Karl-Georg Rötter

Illustration:
gmp-Architekten